Stefan Krüger | lyrische Texte
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friedensplage
bei müller-schultheiß hinterm haus
brach unverhofft der frieden aus
um sich gewaltvoll zu entfalten
und als frau müller-schultheiß sah
was hinter ihrem haus geschah
war es zu spät, ihn aufzuhalten

er fraß sich wie ein krebsgeschwür
in heißer gier von tür zu tür
durch alle straßen dieser erde
erstickte so in kurzer zeit
nicht nur die kleinste streitigkeit
er löschte ganze krisenherde

ein paar verirrte glaubten zwar
der friede wäre wunderbar
und reichte aller welt zum segen
den meisten aber war schon klar
dass frieden pur von übel war
der weiten waffenwirtschaft wegen

sie hatten recht, krieg musste sein!
die börsenkurse brachen ein
es kam zu einer wirtschaftskrise
und jede firma auf der welt
verlor nun dank des friedens geld
hilf dir hier selbst! hieß die devise

die hoffnungslosigkeit war groß
fast jeder wurde arbeitslos
es fehlte überall an essen
mit jeder stunde wuchs die not
bald drohte kalt der hungertod
das elend war nicht zu ermessen

da fand ein alter optimist
durch zufall einen kleinen zwist
mit bloßem auge kaum zu sehen
und mit geduldigem talent
zog er sich kriege resistent
das leben konnte weitergehen
Stefan Krüger, Sint Maarten, 14.3.2009
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