Stefan Krüger | lyrische Texte
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neunundzwanzig
wenn du einst alt und grau geworden bist
und blickst dem spiegel trotzig ins gesicht
dann zeigt dein ungetrübtes augenlicht
was für ein feuer lodernd in dir frisst

denn du bist jung, und deine seele brennt
allein dein körper scheint auf einmal fremd
der sich dem jungsein steif entgegenstemmt
und außer schlaf und krankheit wenig kennt

entfalte deine haut und färb dein haar
und spiel ein alter, das dir nicht gehört
solange dich in deinem kampf nicht stört
dass hier noch nie ein sieg gegeben war

zieh dir die hose bis zur brust hinauf
und nimm dir für unendlichkeiten zeit
trag um die hüfte stolz behaglichkeit
und lass den augenkrähen freien lauf

an welchem wert sich auch dein außen misst
was dich im innern treibt, das altert nicht
du blickst dem spiegel furchtlos ins gesicht
weil dieses feuer in dir ewig ist
Stefan Krüger, Brühl - Köln, 24.05.2009
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