Stefan Krüger | lyrische Texte
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auf gottlose nachbarschaft
die nacht, in der gott explodierte
lag ein universum im flur
es lag nicht nur da, es ‚passierte‘
und machte dabei noch figur
wir waren im bett und am schlafen
da weckte uns heilloser krach
wir rannten hinaus und wir trafen
die nachbarn, denn alles war wach
wir drückten uns aufgeregt gackernd
um das universum herum
das flurlicht versagte zwar flackernd
die dunkelheit machte uns stumm
doch setzte man kerzen in flammen
wir hatten salzletten und chips
und schütteten alles zusammen
ein weiterer brachte dann dips
und irgendwer hatte noch platten
ich selbst besaß ein grammophon
bald warfen wir tanzende schatten
und füllten den hausflur mit ton
wir tanzten um das universum
wann hat man schon sowas im haus?
wir rollten es vorwärts und quer rum
und merkten, es breitet sich aus
das störte uns in keiner weise
wir fanden die ausdehnung nett
um sechs gähnten einige leise
um acht waren alle im bett

als wir später arbeiten fuhren
war das universum schon weg
doch gab es vom fest viele spuren
auch gott hinterließ ganz schön dreck
trotzdem, man vergaß, was passiert ist
die freundschaft war schwacher natur
nur damals als gott explodiert ist
lag ein universum im flur
Stefan Krüger, Köln / Bonn, 03.02.2010
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