Stefan Krüger | lyrische Texte
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der abschied
als ich den abschied nahm
da senkte sich die dunkelheit aufs feld
die sonne war längst hinter einem hügel
sie war schon nach der winteruhr gestellt
und faltete die müd gewordnen flügel
ein kalter abend kam

als ich den abschied nahm
da schrie ein bussard hoch zum trotz der nacht
er ließ sich kreisend noch vom abend sonnen
und seine flügel glänzten voller pracht
sie blitzten kostbar wie aus gold gesponnen
in ihrer wildheit zahm

als ich den abschied nahm
da war das haus bis auf den dreck schon leer
nur noch ein kasten ohne einen namen
es atmete schon stundenlang nicht mehr
ich flüsterte ihm noch ein kleines amen
und ging auf nimmerwiedersehn mit meinem kram
Stefan Krüger, Dezember 1997
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