Stefan Krüger | lyrische Texte
Start Texte Impressum
zurück
die geburt der harmonie
(nicht zum Tag der deutschen Einheit)
zwei töne klangen so wie einer
weil jeder eng am andern hing
nur halbton sein, das wollte keiner
weshalb man auseinander ging

dem trennen liegt der schmerz zugrunde
das nahm man billigend in kauf
in einer quälenden sekunde
rieb jeder sich am andern auf

man wollte sich nur noch entzweien
und wies und ließ und stieß sich los
ein schnitt, ein schmerzverhasstes schreien
und die sekunde wurde groß

der schmerz war nur von kurzer dauer
viel länger sang der gram im herz
der mit der trennungstrüben trauer
zu einsam klang als kleine terz

doch auch die trauer war vergänglich
die terz wuchs an, um groß zu sein
es klang so klar und rein empfänglich
und eine quinte stimmte ein

was wir als einheitlich erkennen
weil es im einklang zu uns fand
das musste sich als ton erst trennen
damit die harmonie entstand

so lasst uns auseinandergehen
wie es gehört im guten ton
auch wenn wir uns nie wiedersehen
im klang verbunden sind wir schon
Stefan Krüger, Brühl, 03.10.2010
zurück