Stefan Krüger | lyrische Texte
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der steingarten
der garten ruhte zementiert
nur weil dort keine pflanze treibt
die essbar ist, doch ungeniert
und ewig unbezwingbar bleibt
die kraft, die man das leben nennt

denn als der frühling lustvoll rief
da glühte es, als ob es brennt
da schwoll, was tief im garten schlief
und platzte sich durch dicksten stein
mit lust- und schmerzverzerrter kraft

das schöne blüht nicht leicht und rein
nach schrecklicher gefangenschaft
die zunge, die die lüge lähmt
spricht ihre wahrheit nur in qual
und selbst nach lautem kampf verschämt
doch jedes wort wiegt schwer wie stahl

der stein zerbarst und ist nicht mehr
das land steht farbenreich verziert
wir tauchen durch das blütenmeer
solange es noch existiert
Stefan Krüger, Brühl, 05.05.2005
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