Stefan Krüger | lyrische Texte
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aufmunterung
für Annemarie
als der morgen seine glieder
gähnend in den himmel reckte
und die wintersonne wieder
ihre kühlen strahlen streckte
fuhr ich mit der bahn auf reisen
wie gewohnt in starren gleisen

allerdings, ein paar gedanken
ließen sich nicht derart binden
nein, sie flogen frei von schranken
schnell hinfort, um dich zu finden
und nach wenigen sekunden
hatten sie dich auch gefunden

zögernd kamen sie erst näher
bis sie sich dann mehr getrauten
und dir sogar dreist als späher
über beide schultern schauten
dennoch wirst du nie erfahren
dass sie heute bei dir waren

denn gedanken sind ganz leise
du kannst sie selbst dann nicht sehen
wenn sie in infamer weise
nackt und schreiend vor dir stehen
keine bange! meine waren
angekleidet losgefahren

und so kamen sie auch wieder
sittsam, kleidsam und anzüglich
doch sie dufteten nach flieder
und sie schmunzelten vergnüglich
schön ist es, an dich zu denken
sowas lässt sich nicht verschenken
Stefan Krüger, Köln/ Bonn, 19.01.2012
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