Stefan Krüger | lyrische Texte
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carte blanche
man ist gewöhnlich, was man isst
und was man nicht isst, ist man nicht
die krügerin, damit ihr’s wisst
isst ein gedicht

ein wort, das sie im kopfe wiegt
wirkt unverdaut noch etwas schwer
doch wie es auf der zunge liegt
schmeckt es nach mehr

so beißt sie herzhaft einen satz
und kaut das wort zum reime aus
es wird am ausgesuchten platz
zum gaumenschmaus

zum hauptgang gibt es poesie
dazu ein fläschchen emotion
davon trinkt sie zuviel, denn sie
verschluckt sich schon

sie hustet rhythmisch und pointiert
und schlürft zwei jamben mit genuss
darauf verdrückt sie ungeniert
im daktylus

noch einen stabreim zum dessert
dann ist sie wirklich pappensatt
vor ihr liegt weiß und unbeschwert
ein leeres blatt
Stefan Krüger, Brühl, 07.06.2012
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