Stefan Krüger | lyrische Texte
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es riecht nach frühling
ein Annemarierismus
wenn ein gedanke zu mir spricht
entsteht bisweilen ein gedicht

erst heute saß ich still im haus
und dachte nichts als leere aus
da sprach mir leise und sonor
ein geistesblitz ins rechte ohr
es riecht nach frühling, sagte er
und räusperte sich folgenschwer

ach, meine nase ist zwar groß
doch just verschnupft und sinnenlos
ich fragte ratlos, was so riecht
dass es in die gedanken kriecht

war es der baum, der mir gedieh
und blühend um befruchtung schrie?
war es der freund, der gestern ging
von dem ein gruß im zimmer hing?
ein kaugummi? ein riechsalztuch?
vielleicht mein eigner mundgeruch?

was es auch war, ich kam nicht drauf
und bat den sprecher: klär mich auf!
was riecht nach frühling hier vor ort?
doch der gedanken war schon fort

ich hätte gern nicht nachgedacht
die zeit gedankenlos verbracht
doch weil es zum gedichte langt
sei dem gedanken brav gedankt
Stefan Krüger, Köln-Bonn, 07. Mai 2013
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