Stefan Krüger | lyrische Texte
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als der tod starb
da es der wissenschaft gelang
dank hemmungslosem forscherdrang
die ewigkeit zu finden
war jedem menschen auf der welt
von nun an völlig frei gestellt
den tod zu unterbinden

wie feierte man diesen tag
an dem der tod im sterben lag
als feiertag des lebens
und nur ein gott im ruhestand
erschien was traurig
denn er fand die feierei vergebens

man rief ihm zu: sei nicht so stur
wir menschen wollten einfach nur
die göttlichkeit erreichen
kaum ist es nahezu soweit
gönnt ihr uns nicht die ewigkeit
weil wir euch dadurch gleichen

der gott blieb eine zeit lang still
und schließlich sagte er: ich will
euch den triumph nicht mindern
gewiss, ihr habt den tod besiegt
doch wenn euch was am leben liegt
dürft ihr ihn nicht verhindern

euch war doch längst die ewigkeit
ihr wart gewaltiger als zeit
nichts, was ihr nicht schon hattet
der tod war euch noch nie ein feind
wenn ihr ihn zu begraben meint
wird nur das glück bestattet

so sprach der gott und ging hinfort
man fand den tod im nachbarort
er war im dienst verschieden
man trug ihn jubelnd aus der welt
grub ihm als grab ein loch im feld
und gab ihm seinen frieden
Stefan Krüger, Brühl, 22.09.2005
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