Stefan Krüger | lyrische Texte
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allerheiligen
der dünne mond scheint silbrig hell
er steht im dunklen blau
der horizont verfärbt sich grell
orange wolken im pastell
das land liegt grau in grau

es riecht nach allerheiligen
die luft ist klirrend klar
die alten und die eiligen
die heuchler und scheinheiligen
die waren längst schon da

für kinder ist der tag nur pflicht
sie mussten mit zum grabe
sie spielen mit dem kerzenlicht
den toten kannten sie ja nicht
der stein verliert an farbe

die sonne sinkt zum hügelrand
der abend ist ein pfau
man legt den grabschmuck aus der hand
das abendrot wird aufgespannt
das land verblasst in grau
Stefan Krüger, Brühl, 01.11.1997
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