Stefan Krüger | lyrische Texte
Start Texte Impressum
zurück
fatalismus 2.0
mit angestrengter miene
schaut mancher in der welt
auf die moralmaschine
die er in händen hält

ein kleines ding zum lesen
doch unendlich vernetzt
wird es zu einem wesen
das uns in trance versetzt

wir schreiben auf die schnelle
ein wort in leeren raum
zurück schlägt eine welle
aus aufgeblähtem schaum

wer will, der lässt sich lenken
von der unendlichkeit
das netz kann selber denken
verspricht unfehlbarkeit

die götter sind verschlissen
das schicksal ist verwaist
ein neues weltgewissen
schreibt sich in unsern geist

preis der moralmaschine
die über mich nun wacht!
sie will nicht, dass ich diene
doch hat sie alle macht
Stefan Krüger, Köln, Nikolaus 2016
zurück