Stefan Krüger | lyrische Texte
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deutscher herd
im zeitenstrom wälzt die geschichte
gleich einer großen flammenwut
sie brennt so manches reich zunichte
und neue wachsen aus der glut

daneben glüht das schicksalsfeuer
des einzelnen verloren klein
es wärmt mit mühe ein gemäuer
doch darin darf man heimisch sein

im überlauten weltgetue
da pokern sie um macht und geld
im kleinen sucht man seine ruhe
und glück, das ein paar tage hält

das kleine feuer hält zusammen
zu mehr scheint es auch nicht bestimmt
und doch sind es sehr viele flammen
milliarden, wenn man alle nimmt

sie funzeln und die strahlen senden
gemütlichkeit ins kleine nest
doch wehe wenn in den vier wänden
ein wind das lichtlein flackern lässt

wenn sich die wärme kurz verflüchtigt
und angst das feuer heißer schürt
die flamme sich im wind ertüchtigt
und sich mit anderen berührt

dann wird das, war wir heimisch nennen
auch für uns selber heiß riskant
wenn tausendfach die flammen brennen
wird schnell das ganze land verbrannt

da steht der mensch mit seinem lichte
und will nicht, dass man böses tut
im zeitenstrom wälzt die geschichte
gleich einer großen flammenwut
Stefan Krüger, Köln, 23. April 2017
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