Stefan Krüger | lyrische Texte
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gottes paradoxon
da singen sie aus voller kehle
und loben gott im höchsten ton
derweil ich mich ins freie stehle
laut pfeifend auf die tradition
es lebt sich besser ohne seele
und ohne schöpfer auf dem thron
auch wenn ich freilich nicht verhehle
an manchen tagen fehlt er schon

zwar war mein glauben eine wunde
und ich war froh, als sie gerann
nur ahne ich dabei, im grunde
fängt jeder doch das glauben an
schlägt mir dereinst die letzte stunde
im ferngehofften irgendwann
dann schau ich flehend in die runde
nach was, zu dem ich beten kann

so geht es mir, so geht es allen
am besten glaubt sich’s in der nacht
gott sieht uns auf die erde knallen
er fängt uns tröstend auf und lacht
es mag so manchem nicht gefallen
der täglich brav sein kreuzlein macht
man kann aus vollem herzen fallen
doch stets gibt einer auf die acht
Stefan Krüger, Köln, 25.04.2017
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