Stefan Krüger | lyrische Texte
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die nutzlosen gaben
die nutzlosen gaben

ich wünsche, ich könnte behalten
was ohne mein zutun und walten
allein durch die zeit zu mir fand
der kinderzeit neugier und tugend
die schönheit und stärke der jugend
und später der reife verstand

doch alles das war nur geliehen
es floh mich und wird mir entfliehen
zum teil auch durch eigene schuld
und mir bleibt als letzte der gaben
nur eine, die muss ich nicht haben
die gabe des alters: geduld

geduld käm? der kindheit gelegen
der jugend gereicht? sie zum segen
auch tut sie bei reiferen not
doch ich - ohne tugend und stärke
und schwach beim gedanklichen werke -
erwarte nur duldsam den tod

was könnte ich alles erstreben
besäße ich einmal im leben
die einzelnen gaben zugleich
doch weil sie mich suchten und ließen
bleibt mir nur, was bleibt, zu genießen:
erfahrung! an der bin ich reich
Stefan Krüger, Köln-Bonn, 29. August 2017
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