Stefan Krüger | lyrische Texte
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gott und die fernbedienung
an manchen tagen schwirren gott auch mal
nur wirre flausen durch den kopf
er nimmt die fernbedienung vom regal
und drückt auf ihren pausenknopf

DIE WELT STEHT STILL

die zeit im display blinkt auf sieben uhr
und sechs milliarden stehen still erstarrt
es gibt nicht gut, nicht bös, nur stillstand pur
sie harren alle eins in gegenwart

WEIL ER ES WILL

jetzt drückt er rückwärts, und er muss laut lachen
so herrlich ist der zeitvertreib
er sieht, wie bomben menschen machen
die sterben dann im mutterleib

DANN IST ER′S LEID

er lässt die erde wieder vorwärts laufen
und faltet grübelnd sein gesicht
es ist noch vieles einzukaufen
von selber läuft die schöpfung nicht

UND ES IST ZEIT

er legt die fernbedienung ins regal zurück
um in ein kaufhaus zu entschweben
durch seine posse hatte ich das glück
mein leben zweimal zu erleben
Stefan Krüger, Brühl, Februar 2000
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