Stefan Krüger | lyrische Texte
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zwischen (nicht zum vortrage geeignet) den zeilen
ich schreibe lustlos ein gedicht
DER AUTOR MEINT WOHL DIESES HIER
für ein sehr schäbiges subjekt
GANZ KLAR, DIE REDE IST VON DIR
wer dieses ist, das sag ich nicht
OJE, JETZT WURDE SCHON GEPETZT
weil‘s hier in diesen Zeilen steckt
DAS GING NOCH GUT, DOCH VORSICHT JETZT!

es sagte mir: du schreibst das! klar!
NA, GANZ SCHÖN UNERHÖRT UND DREIST
das hat mich sehr in wut gebracht
UND DU, ALS LESER, LACHTEST FEIST
nur weil ich arg erpressbar war
DER AUTOR HAT EIN REINES HERZ
hab ich es schließlich doch gemacht
ERPRESSBAR IST WOHL NUR EIN SCHERZ

so schrieb ich also das gedicht
UND SEIN GENIE STAND PATENSCHAFT
zwar wurde dieses fertig dann
MIT WELCH OH ELOQUENTER KRAFT!
doch mühe schenkte ich ihm nicht
NUN UNTERTREIBT DER DICHTER MAL
man merkt es seinen reimen an
DIE REIME SIND DOCH SCHLICHT GENIAL
Stefan Krüger, Brühl, Januar 2001
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