Stefan Krüger | lyrische Texte
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augenblicke am meer
die ebbe zieht sich nass zurück
entdeckt mir so ein meer aus steinen
die algengrün zum himmel schreien
ein muschelsucher hatte glück
sein korb ist voll, die wellen weinen
das meer wird ihm den raub verzeihen

die hitze wird wie korn gesät
man sammelt schatten unterm fels
der fisch, der abends sonne frisst
und sterne spuckt, kommt heute spät
ein scherentier, das seitwärts stelzt
hofft, dass die möwe es vergisst

die flut kippt ihren eimer aus
die menschen gehen mit dem tag
ein dürrer mond versilbert meer
die wellen spenden ihm applaus
und weil kein fisch mehr baden mag
verbleibt der ozean heut leer
Stefan Krüger, Bretagne, Juli 2002
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