Stefan Krüger | lyrische Texte
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ein liebevoller blick
ich lag geliebt an deiner seite
und sah mit deinen augen welt
verlor mich ganz in ihrer weite
und fiel, wie man im traume fällt

die tiefe schwärze der pupillen
war spiegel meiner wirklichkeit
hier konnte ich den hunger stillen
den hunger nach unendlichkeit

ich sah durch meterdicke wände
ich sah durch undurchdringlichkeit
ich sah nicht anfang und nicht ende
ich sah ein leben ohne zeit

der krieg war nur ein wort, nichts weiter
mit kreide aufgeschmiert am haus
ich stieg auf eine hohe leiter
und wusch das wort mit wasser aus

und ich sah gott vorübergehen
er trug das meer in einem sieb
als er mich sah, blieb er kurz stehen
weil ihm noch zeit zum plaudern blieb

doch dann schlugst du die augen nieder
die welt erlosch in schläfrigkeit
ich küsste dir die müden lider
zum dank für deine zärtlichkeit
Stefan Krüger, Provence, Frühjahr 1999
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